Den Unterschied zwischen Ileostoma und Kolostoma kurz erklärt:
Ileostoma nennt man den künstlichen Dünndarmausgang. Dieser befindet sich „in der Regel“ im unteren rechten Bauchbereich. Hier wird über den Dünndarm die verdaute Nahrung direkt ausgeschieden. Bei der Versorgung ist hier wegen den Bauchfalten ganz besonders auf die richtigen Produkte und den richtigen Ablauf und Anwendung der Pflegeprodukte zu achten.
Unter Kolostoma versteht man den künstlichen Dickdarmausgang. Dieser befindet sich „in der Regel“ auf der linken Seite des Bauches.
Der Begriff „Stoma“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Mund“ oder „Öffnung“. Im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs bezeichnet „Stoma“ eine künstliche Körperöffnung oder einen künstlichen Darmausgang. Dabei handelt es sich um eine operative Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und der äußeren Haut. Diese Verbindung dient entweder dazu, dem Körper etwas zuzuführen (wie Tracheo- oder Gastrostoma) oder Ausscheidungen des Körpers abzuleiten (wie Urostoma, Darmstoma oder Enterostoma). Das Darmstoma wird auch oft als „künstlicher Ausgang“, „Seitenausgang“, „Darmausgang“ oder „Anus praeter“ bezeichnet.
Wie werden Stoma-Ausscheidungen aufgefangen?
Die Stoma-Anlage ermöglicht es, dass die Darm- oder Blasenentleerung nicht mehr über den entsprechenden Schließmuskel erfolgt. Stattdessen werden spezielle Stomabeutel verwendet, um Stuhl und Urin aufzufangen. Diese Beutel sind auf einer Haftfläche befestigt, die ein passgenaues Loch für das Stoma besitzt. Die Haftfläche wird um das Stoma auf der Bauchhaut angeklebt. Kolostoma, Ileostoma oder Urostoma befinden sich am Bauch und sind dadurch für niemanden sichtbar.
Die Geschichte und Entwicklung der Stomaversorgung
Der griechische Arzt Praxagoras führte im Jahre 350 v. Chr. auf der Mittelmeerinsel Kos eine der ersten Ausleitungen des Darms aus dem Bauchraum nach außen durch. Dies geschah bei einem Patienten mit einem eingeklemmten Leistenbruch, der unbehandelt zum Platzen des Darms und somit zum Tod führen kann.
Im Jahr 1710 beobachtete der französische Kinderarzt Littre den Tod eines Säuglings aufgrund einer angeborenen Anomalie des Analkanals, der Analatresie. Er schlug als mögliche Behandlungsmethode eine Colostomie vor.
Im Jahr 1776 führte der Chirurg Pillore in Frankreich eine Coecostomie bei einem Darmverschluss durch. Dabei wurde auch zum ersten Mal die Darmwand in die Haut eingenäht.
Im Jahr 1793 legte Duret in Frankreich bei einem wenige Tage alten Säugling eine Colostomie an, wie sie bereits 80 Jahre zuvor diskutiert wurde. Im Jahr 1855 wurde in Deutschland von Thiersch eine Sigma-Resektion mit Anastomose und temporärer Transversostomie durchgeführt, um ein Zurückziehen des Darms zu verhindern.
Im Jahr 1884 wurde ein Gänsekiel als Reiter eingesetzt, um diese Komplikation zu vermeiden. Die Technik der abdomino-sakralen Rektumamputation wurde im Jahr 1904 vom amerikanischen Arzt Mayo beschrieben.
Im Jahr 1927 wurden in England regelmäßige Einläufe zur Pflege empfohlen, eine Vorstufe der heutigen Irrigation. Bisher gab es keine Möglichkeiten, den Stuhl aufzufangen, und die Betroffenen mussten sich mit Lappen oder Zellstoffnestern begnügen.
Im Jahr 1935 wurde in Deutschland der erste wiederverwendbare Beutel, der sogenannte Pelotte, von König und Rützen vorgestellt. In den 1954 Jahren wurde in Dänemark der erste Einwegbeutel mit einer Zinkoxydklebefläche entwickelt. Mit der Entdeckung des indischen Baumharzes Karaya gab es erstmals hygroskopische Eigenschaften für die Stomaversorgung und somit die erste Form von Hautschutz.
Heutzutage besteht der klassische Hautschutz aus Gelatine, Pektinen und Zellulose, um hautfreundliche und haftende Eigenschaften zu kombinieren. Die Entwicklung von gewölbten Hautschutzmaterialien hat wesentlich zur Verbesserung der Versorgungsqualität von zurückgezogenen Stomata beigetragen. In der Krankenpflege erhielt die Betreuung von Stomapatienten eine besondere Bedeutung, was zur Gründung der North American Association of Enterostmal Therapists in den USA im Jahr 1968 führte.

